Epochenunterricht
Wenn uns ein Problem plagt, so hört man oft den Rat: "Schlaf doch mal drüber!" Dahinter steckt die Erfahrung, dass ein Problem, das in die Nacht hinüber genommen wird, am nächsten Tag ganz anders aussieht oder neue Aspekte zeigt... Diese Erfahrungen, die man als Lehrer täglich machen kann, werden in der Waldorfpädagogik ganz bewusst für die Förderung der Lernvorgänge eingesetzt. Ein Beispiel dafür ist der Epochenunterricht als ein wichtiges Mittel, um den Unterricht ökonomisch zu gestalten. In einer Epoche wird der Unterricht in je 2 Stunden täglich über 2 - 4 Wochen, je nach Fach- und Schulstufe, erteilt.
Epochenunterricht wird in den Fächern durchgeführt, in denen Sachgebiete in sich geschlossen behandelt werden können (Deutsch, Geschichte, Mathematik, Naturwissenschaften usw.). Gebiete, die laufender Übung bedürfen (künstlerischer Unterricht, Englisch, Französisch, Russisch - Fremdsprachen vom 1. Schuljahr an), werden in Fachstunden erteilt, wobei auch hier manche Waldorfschulen in den letzten Jahren verstärkt den Epochenunterricht einsetzen.
In der Unter- und Mittelstufe werden Deutsch, Mathematik, Formenzeichnen, Geschichte, Erdkunde, Pflanzen-, Tier und Menschenkunde, Physik sowie Chemie und Himmelskunde gegeben. Außerdem wird im Epochenunterricht rezitiert, musiziert, gemalt, gezeichnet und gebastelt. In der Oberstufe werden Deutsch, Geschichte, Sozialkunde, Mathematik, Physik, Chemie, Biologie, Geographie und Kunst als Epochen unterrichtet.
- Zur Hausbau-Epoche in der dritten Klasse 01.10.2003
- Vor der Planung jeder neuen Epoche beschäftigt sich die Klassenlehrerin, der -lehrer, intensiv mit dem Lebensabschnitt, in dem sich die Schüler gerade befinden, heißt doch das Motto: "Den Schüler dort abholen, wo er gerade steht." (Erziehungskunst - Ausgabe : September 2003)
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